Ruf Zum Gehorsam #362

Was ist aus der Heiligkeit geworden?

von Reimar Schultze

Denn vom Herrn ist unser Schild, und der Heilige Israels ist unser König.   Ps 89,19

Die Bibel spricht von Gott als Dem Heiligen und sie teilt uns mit, dass ohne Heiligkeit niemand den Herrn sehen wird. Das sollte uns genügend Anlass geben, ihr unsere Aufmerksamkeit zu widmen.  Es sollte der Gegenstand sein, über den viel gepredigt wird. Da alle Menschen, um in den Himmel zu kommen, Heiligkeit brauchen,  sollten alle Menschen davon wissen.

Leider ist es so, dass viele Gläubige Heiligkeit mehr hassen als die Sünde. Sie setzen Heiligkeit mit einem aus dem Gebrauch gekommenen, gesetzlichen Lebensstil ohne Kompromiss gleich.  Sehen sie das Wort Heiligkeit auf einem Kirchengebäude geschrieben, so sagen sie, „Da werde ich niemals hinein gehen“. Sie betrachten Heiligkeit als etwas, das sie einschränken wird, als etwas, das sie um ihre Freiheit und ihren Spaß bringen wird. Eva machte denselben Fehler als Gott ihr eine Einschränkung auferlegte und bemerkte dabei nicht, das eben diese Einschränkung das war, was ihr den Weg auftat, das „Ja“ zu all den Segnungen brachte, die Gott für sie vorhatte. Nun ist es so, dass in Gottes Königreich oftmals das Nein die Tür für das Ja aufschließt.

Freund, unabhängig davon wie negativ dein Eindruck von heiligen Leuten ist, egal was für negative Gedanken dir in den Sinn kommen, wenn du darüber nachdenkst heilig zu leben, du wirst die Tatsache nicht beseitigen, dass niemand ohne Heiligung den Herrn sehen wird (Hebr. 12, 14).

 Die Rechnung, einmal mit Jesus in Ewigkeit am Thron der Ewigkeit zu sein, ist einfach: Du musst heilig sein, denn Gott ist heilig. Seine Heiligkeit erfordert deine Heiligkeit, was durch nichts geleugnet werden kann. Keine Ausnahmen, kein Wenn und Aber gibt es hierfür. Gott sagt: „Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig" (1. Petr. 1, 16).

Betrachten wir doch nur einmal alle Eigenschaften Gottes: Seine Allwissenheit, Allmacht, Allgegenwart, Geduld, Güte, Unermesslichkeit, Liebe, Erbarmen, Gerechtigkeit, usw.: Heiligkeit ist die größte von ihnen. Doch diese in der Bibel so überragende Eigenschaft ist in der Verkündigung vernachlässigt worden. Man hat sie weit nach hinten verdrängt oder sie ganz von der Gemeinde weggenommen. Den daraus resultierenden Schaden wird nur die Ewigkeit einmal offenbaren.  Der Mangel an Heiligungspredigt hat in letzter Konsequenz zu einer promiskuitiven Kirche geführt, die die Merkmale der Hurerei trägt.

 Es mag sein, dass Heiligkeit auch kein lebendiger Bestandteil ihrer Theologie ist, aber sie ist dennoch Teil der Theologie Gottes und des Himmel. Und der Himmel ist nicht nur für die, die das umarmen,  was sie denken, sondern was Gott denkt. Die Schrift sagt uns, dass wir Gott nicht eher finden und gefunden haben bis wir ihn in seiner Heiligkeit finden und gefunden haben. Wenn sie in seine Gegenwart kommen, liegt ein moralischer Anspruch auf ihnen.

Wir wollen nun einige Abschnitte aus der Heiligen Schrift betrachten, die belegen, dass in Gottes Plan für die Menschheit Heiligkeit ganz vorne liegt. Lasst uns sehen, wie Gott dieses einigen der vortrefflichsten Persönlichkeiten enthüllt hat.

1.      Moses

Gott sagte zu Moses am brennenden Busch, „der Ort auf dem du stehst ist heiliger Boden“ ( 2. Mose 3, 5). Moses legte seine Schuhe ab und hier begann Moses Beziehung zu Gott. Hast du schon deine Schuhe vor Gott ausgezogen? Falls nicht, so hat deine Beziehung zu Gott noch nicht angefangen.

2.      Hohepriester

Im zweiten Buch Mose werden die zwölf Stämme Israel zu einer  Nation unter Gott zusammen gefügt. Hier liegt der Anfang der levitischen und priesterlichen Ämter; hier gab Gott Israel die Gesetze, durch die sie vor ihm heilig leben sollten. Nun gebot Gott dem Hohepriester, den er als ersten Hohepriester berief, dass eine Krone auf seine Stirn gesetzt werden müsse: „Du sollst auch ein Stirnblatt aus feinem Gold machen und darauf eingravieren, wie man in Siegel eingraviert: „Heilig (hebr. Heiligkeit) dem Herrn“, (2. Mose 28,37).

Von all seinen Eigenschaften, die Gott auf die Krone des Hohepriesters hätte setzen können: Liebe, Friede, Barmherzigkeit, Güte, usw., wählt Gott Heiligkeit. HEILIGKEIT DEM HERRN! Dies ist von größter Bedeutung. Beachte, dass jedes dieser Worte in Großbuchstaben geschrieben war. Das ist so als wenn Gott in einer sehr lauten Stimme rufen oder sprechen würde. Gott wollte nicht, dass auch nur einem das fehlen würde, was das liebste in der Gott-Mensch Beziehung wäre. Von hier an wird es unwiderlegbar klar, dass niemand Gott begegnen kann außer auf dem Boden der Heiligkeit.  Anders gesagt, jeder von uns sollte seine Schuhe in heiliger Ehrerbietung vor seinem Herrn ausziehen.

3.      Der Prophet Jesaja

Indem Gott den Propheten Jesaja anredet redet er im Kern alle Propheten und nicht weniger jeden von uns allen an. Doch ist Jesaja Kapitel 6 nichts Neues, sondern vielmehreineAuffrischung von dem, was dem Hohepriester bereits vorher gegeben worden war. Dies ist Jesajas Zeungis:

„In dem Jahr, als der König Usija starb, sah ich den Herrn auf einem hohen und erhabenen Thron   sitzen, und sein Saum füllte den Tempel. 2 Serafim standen über ihm; jeder hatte sechs Flügel: mit zweien bedeckten sie ihr Gesicht, mit zweien bedeckten sie ihre Füße, und mit zweien flogen sie. 3 Und einer rief dem andern zu: „Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth; alle Lande sind voll seiner Ehre!«, 4 sodass die Türpfosten von der Stimme ihres Rufens erbebten und das Haus von Rauch erfüllt wurde. Da sagte ich: »Weh mir, ich vergehe! Denn ich habe unreine Lippen und wohne unter einem Volk von unreinen Lippen; denn ich habe den König, den Herrn Zebaoth, mit meinen Augen gesehen« (Jes 6,1-6).

Darum können wir nicht zu Gott kommen, außer auf dem Boden der Heiligkeit, wer wir auch sind. Wir sollen mit dem Ruf kommen, „Wehe mir…“ Wir können nicht einfach in Gottes Gegenwart treten wie wir ins Kaffee oder einen Verein gehen. Gott verlangt Heiligkeit; erst wenn ER diese hat wird er uns sagen: „Geh hin und sage zu diesem Volk“ (V.9).

4.      Der menschgewordene Sohn Gottes

Im Sohn Gottes liegen natürlich alle Ämter: Priester, Prophet, König und Messias.

In der Bergpredigt gab uns Jesus das Vater-Unser. Dieses meisterhafte kurze Gebet bildet die Grundlage für jedes wirksame Gebet, das du sprechen kannst. Und was ist die erste, wesentlichste Bitte? Sie lautet, „geheiligt werde Dein Name“, dass Gottes Name im täglichen Umgang heiligen Umgang erfahre! Wenn Heiligkeit nicht unser erstes und wesentlichstes Verlangen ist, kann es sein, dass all unsere weiteren Gebete nicht gehört werden. Wenn du Heiligkeit nicht mehr möchtest als alles andere, kann es sein, gibt es keine Garantie, dass Gott dir deine täglichen Bedürfnisse erstattet. Wenn aber Heiligkeit das Herzensanliegen deiner Bundesbeziehung mit Gott ist, wirst du ihn dies sagen hören, „Ich werde dich nicht verlassen und nicht von dir weichen“ (Jos. 1,5).

5.      Der Apostel Paulus

Paulus sagt, „Ohne Heiligkeit wird niemand den Herrn sehen“, (Hebr. 12, 14).

Ein englischer Prediger bat einmal einen ungläubigen Staatsanwalt, die Bibel zu lesen, der sie noch nie gelesen hatte und ihm zurückzumelden, was er für die Hauptbotschaft der Bibel hielt. Nach einigen Wochen gab er ihm als Rückantwort, dass ohne Heiligkeit kein Mensch den Herrn sehen wird.

6.      Der triumphale Sohn Gottes

Auch in der Offenbarung Christi entdecken wir ebenso, wie die Heiligkeit Gottes alle Seine anderen herrlichen Eigenschaften überstrahlt. Die lebendigen Wesen um den Thron singen nur ein Lied, „Herr, du bist würdig, Preis, Ehre und Macht zu nehmen; denn du hast alle Dinge geschaffen, und durch deinen Willen sind sie und wurden sie geschaffen (Offb 4,11).

Als abschließendes Wort, das unsere Bibel auf die absolute Notwendigkeit der Heiligkeit sagt, werden wir im letzten Kapitel dieses ehrenvollen Buches finden. Hier sehen wir den Menschen an der Schwelle zur Ewigkeit stehen und hören folgende Worte: „Wer Unrecht tut, der tue weiterhin Unrecht, und wer unrein ist, der sei weiterhin unrein; aber wer gerecht ist, der sei weiterhin gerecht, und wer heilig ist, der sei weiterhin heilig" den Herrn (Offenbarung 22, 11).

Gott ist der Heilige. Er fordert von uns Heiligkeit. Im nächsten Ruf zum Gehorsam werden wir uns mit der Frage beschäftigen: Woher erkennen wir, was heilig ist und wie werden wir heilig?

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